Mit diesem Beitrag soll eine Mini-Serie zum Thema elektronische Erweiterungen für den Hobbyfotografen beginnen. Anfangen möchte ich mit einem elektrisch angetriebenen Dolly – so bezeichnet man in der Filmerei einen Kamerawagen. Solche Wagen ermöglichen eine geschmeidige Bewegung der Kamera, die man händisch so nicht hinbekommt.

Für mich ist der Hauptverwendungszweck aber nur indirekt das Filmen: Die Bildqualität von kompakten Actioncams ist mittlerweile wirklich vorzüglich, und im Gegensatz zu Spiegelreflexkameras machen ihr viele Auslösungen mechanisch nichts aus. Das macht sie zu perfekten Zeitraffer-Kameras. Nur wird so ein Zeitraffer-Video deutlich interessanter wenn etwas Bewegung ins Spiel kommt – und hier tritt der Schrittmotor-Dolly in Erscheinung. Dieser trägt die Kamera gemütlich auf seiner Schiene durch die Gegend, während die Kamera Bilder macht. Hier ein Beispiel wie so was dann aussieht.

Es wird etwas Lötarbeit und grundlegende Fertigkeit im Umgang mit Metall benötigt, außerdem sollte man einen Arduino programmieren können – wer diese Anforderungen erfüllt, und 25-30€ ausgeben kann, wird mit einer individuell einstellbaren Plattform belohnt. Eine kurze Einkaufsliste mit den wichtigsten Komponenten, ein paar Stückchen Kabel und Lötzinn werden so vorausgesetzt:

  • NEMA17-Schrittmotor: Diese Größe ist sehr gängig durch die 3D-Drucker-Szene und daher äußerst günstig, z.B. bei Pollin
  • Pololu A4988-Schrittmotortreiber: Ebenfalls gängig bei 3D-Druckern, aus dem Ausland für weniger als 1€ erhältlich
  • GT2-Riemen + Pulley: Ihr könnt es erraten – der Standard-Riemen bei 3D-Druckern.
  • Aluminium-Profil: Örtlicher Baumarkt, ungefähr 10€/m
  • Kleinteile für den Schlitten, Schrauben, …: ebenfalls Baumarkt
  • Arduino Pro Mini: Benötigt einen externen Programmierer, oder zweiten Arduino zum Beschreiben. Aus dem Ausland für weniger als 2€
  • Potentiometer (unbedingt linear!): Zur Anpassung der Geschwindigkeit
  • Optional, aber empfohlen: Reed-Kontakt & Magnet als Endanschlagsensor
  • Stromquelle mit 5-12V am Ausgang: Powerbank, Netzteil.

Hat man alles zusammen, kann man sich erst mal um die mechanischen Belange kümmern. Dieser Schritt ist stark vom verwendeten Alu-Profil abhängig und daher sehr individuell – die grundsätzliche Idee, wie der Aufbau aussehen soll, kann man sich hiervon hoffentlich ableiten:

Beim Thema Software möchte ich an dieser Stelle aus zeitlichen Gründen – und um das Rad nicht neu zu erfinden – auf ein exzellentes externes Tutorial verweisen. Es arbeitet die komplette Inbetriebnahme des Motortreibers ab, inklusive der Einstellung der Strombegrenzung. Was einzig noch fehlt ist die Implementierung des Potentiometers und des Endanschlags, dafür möchte ich momentan noch auf die Erläuterungen seitens Arduino verweisen. Ich hoffe, an einem kalten, verregneten Herbst- oder Winterabend komme ich mal dazu da noch ein paar Worte mehr dazu zu verlieren.  🙂

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Ein Gedanke zu “Fotoequipment I: Schrittmotorgeführter Kamera-Dolly

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