Ein bisschen Star Wars-Geraffel darf ja eigentlich nicht fehlen. Als Inbegriff für die futuristische Technik aus der weit entfernten Galaxis steht für mich der kleine R2. R2-D2 ist wohl einer der sympathischsten Roboter-Ikonen die die Welt so kennt. Also mal überlegt, in welcher Form man den Droiden noch unterbringen könnte, als Handyhülle oder Keksdose ist er ja schon ganz nett, aber für beides habe ich eigentlich keine Verwendung, aaber…

Eine neue Schreibtischlampe wäre mir sehr gelegen. Dann könnte ich beim abendlichen Programmier-Vergnügen auf meine bisherige Energiesparlampe verzichten. Mit ihrem ultra-kaltweißen Licht ist sie zwar perfekt für die Konzentration beim Lernen – aber eine behagliche Stimmung kommt damit nicht auf. Das ist auch schon die Lösung. Beziehungsweise die Grundlage zur Lösung.

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Der Dome der Lampe hat ja schon die perfekten Abmessungen; ein paar Streifen blaue Klebefolie sollten reichen, um ihm das typische Antlitz von R2-D2 zu verpassen.

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Als Leuchtmittel sollen selbstverständlich LEDs arbeiten. Aus einer älteren Bestellung habe ich noch 10x Nichia 1W LEDs und einen Ring aus blauen SMD-LEDs übrig. Irgendwie hab ich mir beim Bestellen keine Gedanken gemacht, wie ich die Nichias überhaupt verarbeiten soll – also hab ich die SMD-Knirpse kurzerhand auf die Kupferseite einer Lochrasterplatine gepflastert. Nicht die feine Art, funktioniert aber wie es soll.

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Bei der Bestromung gibt es wieder einen kleinen Kompromiss: die Lampe läuft mit 12V, die weißen LEDs mit ungefähr 3V. Ergo bietet es sich an, jeweils drei LEDs als Strang zu verschalten, über eine Konstantstromquelle dann an 12V. Obwohl LEDs zu den effizientesten Leuchtmitteln überhaupt gehören, entwickeln sie bei entsprechender Leistung doch eine gehörige Abwärme. Besonders bei so einer kleinen Bauform. Da die LEDs hier jedoch nicht an einem satten Kühlkörper betrieben werden, muss die Leistung entsprechend angepasst werden. Anstatt den maximalen 300mA sollen sie mit 100mA bestromt werden.

Da ich aber nur eine Konstantstromquelle mit 350mA Ausgang zur Hand habe, werden die drei LED-Stränge parallel an die einzelne KSQ gehängt. Theoretisch kann es jetzt durch Abweichungen in der Fertigung zu unterschiedlich hohen Strömen kommen – der Aspekt ist hier jedoch vernachlässigbar; zum einen ist die Fertigungsqualität bei Nichia sehr gut, und zum anderen bewegen wir uns in einem sicheren Strombereich, der praktisch unmöglich zu einer Zerstörung der LEDs führen kann – dafür müsste die Abweichung zwischen den LEDs wirklich abnormal groß sein.

Natürlich soll die Lampe nicht nur Vollgas kennen – eine Dimmbarkeit ist wünschenswert, das Zauberwort heißt Pulsweitenmodulation. Dafür braucht es einen µC, aufgrund der Überschaubarkeit des Projektes ist mir ein Arduino (Pro Mini) zu groß, es wird Zeit für den kleinen Bruder: den ATtiny85. Ein toller Controller im kompakten DIP-8-Gehäuse, durch die begrenzte Pin-Zahl aber natürlich nicht überall einsetzbar. Der ATtiny liest eine analoge Poti-Spannung ein und verwurstet sie zu zwei PWM-Signalen. Steht das Poti in der Mitte, sind alle LEDs aus. Dreht man zur einen Richtung wird Weiß heller, zur anderen strahlt die Lampe heller blau.

Für eine authentische Erscheinung darf aber eines nicht fehlen: die piepsige Sprachausgabe. Aus diesem Grund habe ich mir zusammen mit einem Visaton-Kleinlautsprecher noch ein Audio-Dekoder-Modul besorgt, ein WTV-020-SD. Das Modul wird über eine µSD-Karte gefüttert und mit 3,3V versorgt. Klingt angenehm? Naja, bei beidem ist das Modul mehr als nur anspruchsvoll. Zum Starten benötigt das Modul einen Strompeak von >100 mA. Bekommt es den nicht, bleibt es beleidigt ruhig. Bei den SD-Karten ist mir keine Logik aufgefallen, von drei 1GB-Karten sind zwei in Ordnung, mit der dritten mag das Modul einfach nicht arbeiten.

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Die Soundfiles im .WAV-Format habe ich mir aus den Installationsdateien eines Klassikers aus meiner Kindheit besorgt – Star Wars Jedi Knight II. Die mussten dann noch in ein proprietäres Dateiformat gezwängt werden, damit das Soundmodul sie versteht, danach klappt dann aber alles wie es soll.  🙂

Angesteuert wird das Modul durch einen Bewegunsmelder, der optisch das Auge von R2-D2 bildet. Das HIGH-Signal vom Bewegungsmelder muss dann erst noch über einen PNP-Transistor invertiert werden, da das Soundmodul ungeschickterweise bei einem LOW-Signal anfängt zu tüdeln (die Invertierung übernimmt nun doch noch der µC, spart ein Bauteil, hehe). Über einen Schalter lässt sich das Signal auch kappen, falls einem mal nach mehr Ruhe ist.

attiny2Hier das ganze noch als Schematic. Um bei der Kompaktheit die Übersichtlichkeit zu wahren, habe ich die Konstantstromquelle mit den weißen LEDs nicht mit eingezeichnet.

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