Man mag von Apple halten was man will, aber einen guten Sinn für Design kann man ihnen nur schwer abstreiten. Unter allen ihren Kreationen finde ich den iMac (1. Generation) und den eMac (=education Mac) allerdings am gelungensten. Daher hat es mir schon länger mal unter dem Finger gebrannt, so einen Rechner daheim zu haben. Ich bin allerdings kein Liebhaber von nostalgischem Mac OS. Wenn, dann sollte der Rechner mit x86 klar kommen (Unix läuft schon auf genug Raspberry Pi’s bei mir daheim). Zuerst musste ich mich aber entscheiden – den halbdurchlässigen iMac, oder einen stylish-weißen eMac?

Nun, die Antwort ist praktischer Natur: natürlich soll die CRT-Röhre im Inneren durch einen LCD ersetzt werden, allerdings hat sich die Suche nach einem passenden Ersatz für den iMac als fruchtlos erwiesen. Der benötigte 15-Zöller wäre unverhältnismäßig teuer. Beim eMac sieht das schon anders aus, den 17-Zöller im 4:3 Format bekommt man gebraucht quasi hinterher geworfen. Damit wird es ein eMac!

Also immer mal wieder eBay durchstöbert, bis ich schließlich bei einem defekten eMac mit Zubehör zugeschlagen habe. Da wieder mal Prüfungen anstanden ist der Macci dann erst noch eine Weile unter dem Schreibtisch gestanden; bis das Ausschlachten dann begann. Der innere Aufbau ist ein ingenieursmäßiges Meisterwerk – die gesamte Elektronik, vom Netzteil bis zur CPU, windet sich schlangenförmig um die Braun’sche Röhre im Zentrum. Stück für Stück habe ich den Aufbau dann zerlegt, manche Teile waren noch nützlich: der 512 MB RAM-Riegel hat einen Platz in einem älteren Rechner von meinem Vater gefunden, Kleinigkeiten wie die Heat-Pipe vom Prozessor sind in der Bastelkiste gelandet.

Schlussendlich war der Rechner dann komplett entkernt; außer den Lautsprechern, dem Einschaltknopf (der sich später als defekt rausstellte) und der Betriebs-LED war nichts mehr übrig geblieben. Perfekt, damit ist der Mac jetzt bereit für seine lebensverlängernde Organ-Transplantation.

Nebenher habe ich bei eBay schon nach einem Monitor als Organspender und einem kompakten µATX-Board geschaut. Nach einiger Zeit bin ich bei beidem fündig geworden – der Monitor war ein unspektakulärer Monitor eben, und als Board habe ich mich für eines mit einem fest aufgelöteten AMD E-450 entschieden. Zugegeben: der Prozessor strotzt nicht gerade vor Leistung, ihn Wolf zu nennen mag unpassend sein. Vielleicht wäre „Golf im (alten) Mercedes-Pelz“ ja passender gewesen. 🙂

Aber da der Rechner nur für Internet und Office-Geschreibsel dienen soll, ist das okay so. Ein kleiner Schub bekommt er noch durch 4 GB RAM und eine ausgediente 120 GB SSD. Der passive Kühler wird noch durch einen alten Core i3-Kühler unterstützt.

Der Umbau an sich verlief dann relativ unspektakulär: größtenteils durch Ausprobieren wurden die perfekten Einbaustellen für die neuen Komponenten ermittelt. Das LCD-Panel klemmt zwischen der weißen Plastik-Abdeckung und der Halterung der CRT-Röhre. Die eingebauten Lautsprecher werden nun von einem kompakten Class-D Verstärker versorgt. Die integrierte Betriebs-LED hängt über eine Konstantstromquelle am Mainboard. Die Spannungsversorgung des Mainboards leistet ein PicoPSU-Modul, das stellt mittels einem externen 12 V-Netzteil noch die benötigten 3,3/5 V zur Verfügung.

Alles fertig angeschlossen – eingeschaltet: prompt begrüßt mich ASUS! Super, also Windows 10 aufgespielt (abgesehen von der dubiosen Sicherheitspolitik m. M. nach ein wirklich gelungenes OS!), die Treiber automatisch installieren lassen (klappt sogar für die Radeon-Grafikeinheit), und über einen flotten Rechnerzuwachs gefreut.

Natürlich dürfen in einem lichtdurchlässigen Gehäuse ein paar LEDs nicht fehlen. Im normalen Zustand faden diese beruhigend hin und her, bei Musik wird das Ganze dann etwas dynamischer:

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